Ihr Körper nach der Geburt
Die Gesellschaft richtet ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Baby, aber Ihr Körper hat gerade eine monumentale körperliche Leistung vollbracht. Das Wochenbett ist real, es braucht Zeit und verdient genauso viel Aufmerksamkeit wie die Pflege des Neugeborenen.
Die ersten 24 bis 48 Stunden
- Blutungen (Wochenfluss): Starke Blutungen, wie eine sehr starke Periode. Das ist normal. Verwenden Sie dicke Binden (keine Tampons).
- Nachwehen: Die Gebärmutter zieht sich zusammen, um ihre Größe zurückzuerlangen. Intensiver beim Stillen. Können schmerzhaft sein, besonders nach dem zweiten Kind.
- Extreme Erschöpfung: Ihr Körper hat intensiv gearbeitet. Schlafen Sie, wenn das Baby schläft — das ist kein Klischee, es ist eine Notwendigkeit.
Die ersten Wochen
- Der Wochenfluss verändert sich von rot zu rosa dann zu weiß/gelblich über 4–6 Wochen.
- Die Gebärmutter erreicht nach etwa 6 Wochen wieder ihre normale Größe.
- Der Beckenboden — wenn Sie einen Dammschnitt oder -riss hatten, dauert die Heilung 2–4 Wochen. Eispackungen in Stoff gewickelt, Sitzbäder und Schmerzmittel.
- Nach einem Kaiserschnitt — die Narbe braucht 6–8 Wochen zur Heilung. Vermeiden Sie schweres Heben. Die Schmerzen lassen allmählich nach.
- Nachtschweiß — Ihr Körper baut die während der Schwangerschaft angesammelten Flüssigkeiten ab. Sehr häufig und normal.
- Haarausfall — beginnt ca. 3–4 Monate nach der Geburt. Die Haare, die Sie während der Schwangerschaft nicht verloren haben, fallen alle gleichzeitig aus. Vorübergehend.
Baby Blues vs. Wochenbettdepression
Baby Blues betrifft 50–80 % der Frauen. Er beginnt 2–3 Tage nach der Geburt und dauert 1–2 Wochen:
- Stimmungsschwankungen, grundloses Weinen
- Gefühl der Überforderung
- Reizbarkeit, leichte Angst
Wochenbettdepression ist schwerer und dauert länger. Sie betrifft 10–20 % der Frauen und kann bis zu einem Jahr nach der Geburt auftreten:
- Anhaltende Traurigkeit, Leere
- Schwierigkeiten, eine Bindung zum Baby aufzubauen
- Gedanken, sich selbst oder dem Baby zu schaden
- Intensive Angst, Panikattacken
- Schlaflosigkeit, auch wenn das Baby schläft
Wenn Sie sich in diesen Symptomen wiedererkennen, sprechen Sie sofort mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt. Wochenbettdepression ist behandelbar, und Sie müssen nicht still leiden.
Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine medizinische oder psychologische Beratung. Bei Anzeichen einer Wochenbettdepression wenden Sie sich umgehend an Ihre Hebamme, Ihren Arzt oder die Telefonseelsorge (0800 111 0 111).
Häufig gestellte Fragen
Wie lange dauert der Wochenfluss?
Der Wochenfluss dauert 4–6 Wochen und verändert sich von rot über rosa zu weiß/gelblich. Verwenden Sie dicke Binden, keine Tampons, und informieren Sie Ihre Hebamme bei ungewöhnlich starken Blutungen.
Was ist der Unterschied zwischen Baby Blues und Wochenbettdepression?
Baby Blues betrifft 50–80% der Frauen, beginnt 2–3 Tage nach der Geburt und dauert 1–2 Wochen. Wochenbettdepression ist schwerer, dauert länger und betrifft 10–20% der Frauen. Sie erfordert professionelle Behandlung.
Wann kann ich nach der Geburt wieder Sport treiben?
Beginnen Sie mit sanftem Spazierengehen in den ersten Wochen. Nach dem ärztlichen Okay (6–8 Wochen) können Sie mit Rückbildungsgymnastik starten. Intensiverer Sport erst nach abgeschlossener Rückbildung.


